Erst Manhattan. Dann Berlin. Und endlich: Wien.

Zu einer Zeit, als der Osten Deutschlands noch eine demokratische Republik, Berlin durch den antifaschistischen Schutzwall strengstens zweigeteilt war und man bequem über Nacht mit der Franz Josefs-Bahn ohne Umzusteigen dorthin gelangen konnte, spazierten Workmom und Karenzdad staunend über den Kurfürstendamm, sich darüber wundernd, wie leicht doch Berlin, im Gegensatz zum damaligen Wien, in seiner alternativen Urbanität ganz locker eine Weltstadt sein konnte.
Und als ultimativer Beweis dessen stipfte Workmom aufgeregt Karenzdad an und deutete auf die elegante Gestalt, die, im weiten Mantel und strengen Anzug darunter, als beinahe einziger Besucher im trotz der eher kühleren Temperaturen schon geöffneten Schanigarten des Cafés am Ku’damm saß, unverdrossen an seinem Kaffee nippte, und sich ohne jeden Zweifel zu Workmoms und Karenzdads großem Staunen als Leonard Cohen entpuppte.

Nur wenige Wochen später, Workmom lag krank in ihrem Hochbett, sahen sie und Karenzdad Leonard Cohen am Tag seines Konzerts im Vienna International Center in genau dem Outfit aus Berlin in einem mehr als nur bizarren Auftritt in der nicht weniger wunderlichen ORF-Sendung “Wurlitzer”, woraufhin Karenzdad der kranken Workmom schnell ein Bussi gab, sich auf seine Vespa schwang und schnurstracks zur UNO fuhr, um sich Leonard Cohen dort live anzusehen, wobei er sich dabei kurz vor dem Ziel am Gelände der Vereinten Nationen gnadenlos verfranzte und plötzlich einer ansehnlich bewaffneten Militärpatrouille gegenüber stand, die, nach Klärung des Missverständnisses der Desorientierung, eines ihrer Mitglieder entbehren konnte, das am Sozius von Karenzdads Vespa diesen zum Eingang der Konzerthalle geleitete, wo Karenzdad an der Abendkasse noch eine Eintrittskarte erwerben und in Folge seinen musikalischen Horizont nachhaltig erweitern konnte.

Und nur etwas mehr als zwanzig Jahre später war der Auftritt von Leonard Cohen in der O2-Arena in Berlin, on the other side of intimacy, wie er es damals nannte, das erste Konzert, das die Fluppe, mit ihren viereinhalb Lebensmonaten wohlbehütet in Workmoms Bauch, wenn schon nicht gesehen, so doch gehört und gespürt hatte.

~

Everybody knows the war is over
Everybody knows the good guys lost
Everybody knows the fight was fixed
The poor stay poor, the rich get rich
That’s how it goes
Everybody knows…

Leb wohl, du weiser Mann.
Leb wohl, du schöner Mann.

Danke für alles.
Einfach alles.

Unter Tränen lächelnd, Karenzdad

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