Einsfach Schicksal. Einsfach unbarmherzig.

-Soso,
brummte das Schicksal missmutig,
-Karenzdad will also weder etwas zeh-, neu-, ach-, siebe-, sech-, fün-, vie-, dre-, noch zwe- und schon gar nichts einfallen?
Lächelnd schüttelte das Schicksal wissend den Kopf.

Kaum drei Minuten, nachdem Karenzdad seine Glosse online gestellt und sich in die Weiten von Minecraft begeben hatte, es ging ja schon bald auf Neun Uhr abends zu, hörte er Workmom aus dem Fluppenzimmer rufen.
-Es klopft!
Wie bitte? Was klopft?
-Es klopft! Da ist wer an der Tür!
Was?
-Hörst du das nicht? Da ist wer draußen vor der Tür!

Karenzdad hatte nichts gehört. Aber pflichtbewusst ging er natürlich sofort nach dem Rechten sehen, und als er aus dem Fenster blickte, winkte ihm, höchst erfreut, ihn zu sehen, die nette und liebe der beiden Nachbarinnen zu.

-Es ist die Nachbarin!
informierte Karenzdad Frau und Tochter, und begab sich vor die Tür, um nachzusehen, was diese denn um diese Uhrzeit von ihm wollen könnte. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass Karenzdad sich geirrt hatte, denn es war nicht die nette und liebe Nachbarin, sondern eine der slowakischen Pflegekräfte der ekelhaften alten Vettel von der anderen Straßenseite, die höchst erfreut war, Karenzdad persönlich anzutreffen.

-Bitte, helfen Sie mir, Herr Nachbar,
überrumpelte die Pflegekraft Karenzdad,
-Kommen Sie, helfen Sie,
schnappte Karenzdad am Arm und schleppte ihn ins Haus der ekelhaften alten Vettel von der anderen Straßenseite,
-Ich kann das nicht alleine.

Jetzt wurde Karenzdad langsam stutzig.
-Was können Sie denn nicht alleine?
fragte er und erschauderte angesichts der Antwort:
-Ich kann die Frau D. [Name der Red. bekannt] nicht alleine aus der Badewanne heben. Sie müssen mir helfen!

Und noch bevor Karenzdad protestieren konnte, fand er sich in einem fremden Badezimmer wieder und verbrachte die nächsten Minuten in höchster körperlicher Anstrengung, verbunden mit einigen Anblicken, für die die schon mehrmals gefallene Bezeichnung „ekelhafte alte Vettel“ mehr als nur gerechtfertigt war.

Bleich wie die Wand stolperte Karenzdad nach einer endlosen Reihe an Danksagungen seitens der slowakischen Pflegekraft mühsam verschnaufend über die Straße und wurde von der neugierigen Workmom und der noch viel neugierigeren Fluppe noch vor dem Haus in Empfang genommen. Nach einer kurzen Schilderung der Ereignisse wurde die Fluppe im Eiltempo wieder ins Bett befördert, während Karenzdad sich erst endlos lange die Hände wusch und danach schnurstracks auf die Hausbar zusteuerte, um sich dort einen extra großen Grappa einzuschenken und in seinem eigenen Interesse schwor, das Schicksal so bald nicht mehr herauszufordern.

Wann Karenzdad allerdings jemals wieder einen nackten Frauenkörper ohne grenzenlosen Ekel, sondern mit – nicht notwendigerweise – unschuldigem Genuss ansehen und bewundern können wird, das steht freilich noch in den Sternen.

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