-Schlafengehen, Schlafengehen, Schlafengehen!
verkündete Prof. Dr. med. OA Fluppe der anwesenden Elternschaft und stellte auch gleich das passende Rezept dazu aus:
Workmom und Karenzdad werden es noch heute einlösen!
Garantiert!
Es!
Ist!
Überstanden!
Es!
Hat!
Toll!
Geklappt!
Es!
War!
Sogar!
Ein!
Ganz!
Besonders!
Gut!
Gelungenes!
Fest!
Ja, auch die zweite Kindergeburtstagsfeier im Anwesen war ein voller Erfolg.
Das kann man ruhig Wort für Wort betonen.
Das, mit vor Erschöpfung glasigen Augen, allerdings auch:
Bis!
Zur!
Nächsten!
Dauert!
Es!
Leider!
Nur!
Mehr!
Ein!
Jahr!
Jetzt ist die Fluppe vor lauter Anstrengung und Aufregung wegen ihres bösen Fingers und des heutigen Shopping-Mini-Marathons mit Workmom doch glatt so früh eingeschlafen, dass Karenzdad schon wieder gar nicht erst zum Schreiben gekommen ist!
Da soll aber bitte nicht zur Gewohnheit werden!
Wobei…
Schnurstracks marschierte die Fluppe in den perfekt sortierten Geschirr- und Schnickschnackladen im kleinen Ort am großen Fluss, steuerte auf die Verkäuferin zu und sagte dieser klipp und klar, was sie zu erstehen gedenke, nämlich nachträglich zum Muttertag eine Gartendekoration für Workmom und ein Piratenhäferl für sich.
-Und wer soll das bezahlen?
fragte Karenzdad.
-Ich.
-Aha. Und mit welchem Geld?
fragte Karenzdad nach.
-Mit meinem.
Die Fluppe ging smalltalkend neben der Verkäuferin zur Kassa, plauderte noch etwas mit der Geschäftsinhaberin und nahm ungerührt den errechneten Endbetrag zur Kenntnis.
-Na?
fragte Karenzdad,
-Und wo ist nun dein Geld?
Und die Fluppe antwortete weise, denn diese Weisheit wird sich noch jahrzehntelang als Realität erweisen:
-In deinem Geldbörsel, Papa.
Was ist das?
Es ist gelbgrün, quillt gleichzeitig in dicken Strömen aus beiden Fluppennasenlöchern, kommt immer dann, wenn gerade kein Taschentuch zur Hand ist, sieht aus wie ein Gruß aus der Küche der Hölle, wird zum allgemeinen Entsetzen auch gerne von der Fluppe gekostet und definiert den Begriff “Ekel” auf sensationelle Weise neu?
Karenzdad weiß es leider ganz genau, auch wenn er es eigentlich gar nicht wissen will!
Sie kenne, so die Fluppe, von einem Herrn namens Onkel Fritz einen Witz, jedoch dürfe sie diesen nicht verraten, so die Fluppe, um im gleichen Satz festzustellen, dass sie in der Folge mit Tomaten schießen würde, diese allerdings, so die Fluppe, zu teuer wären, weswegen es sich bei ihrer ersten Alternative zum Gemüse bei der Wahl eines neuen Geschosses um Feuer, das aber, wie könnte es denn anders sein, viel zu heiß, so die Fluppe, bei der zweiten Alternative hingegen um Eis handeln würde, das aber, wie nicht anders zu erwarten, viel zu kalt gewesen wäre, woraufhin sich das Geschehen, so die Fluppe, in den Wald verlagern würde, wo es nun aber wieder viel zu eng wäre, was letztendlich dazu führe, dass die Hose, so die Fluppe, laut vernehmbar PENG! mache, und Karenzdad sich somit die Frage stellen muss, ob die Fluppe denn im Kindergarten auch etwas Vernünftiges lernt.
Wann immer Karenzdad im öffentlichen Raum Geld findet, und das geschieht öfter, als man glauben möchte, also mehrmals die Woche, wird dieses schnurstracks der Fluppen-Urlaub-Eis-Sparkassa zugeführt, sofern der gefundene Betrag nicht größer als fünfzig Cent ist, denn dann wandert dieses Geld schnurstracks in Karenzdads schmalen Geldbeutel.
Groß war das elterliche Erstaunen, als die Münze, die Karenzdad neulich im Zug gefunden hatte, sich als EIN SCHILLING entpuppte. Die Fluppe lernte somit anschaulich etwas über verschiedene Zahlungsmittel einst und jetzt, Workmom gab sich nostalgischen finanziellen Erinnerungen hin, und Karenzdad fragte sich, ob denn jemand die Münze gerade eben verloren hatte, oder ob die letzte Reinigung des Zuges schon eine Weile her war.